»art can kiss my juicy ass...my form is myself«

28.08.2017, 20:00

Was war es, was wir wissen wollten und was war es, worauf wir warteten?

Nicht ganz ohne Polemik stellen diese beiden, an Kant und in Weiterführung Blumenberg angelehnten Fragen den Anfangspunkt einer möglichen Auseinandersetzung mit den Texten der US-amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Theoretikerin Chris Kraus dar. 

Auf- und eingeworfen werden damit nicht nur Fragen nach der (ver-)späte(-te-)n Rezeption und Ressonanz– im anglophonen wie auch germanophonen Literatur- und Theorieraum – sondern auch eine kritische Position sowohl zum entstehenden Hype und als auch der darin attestierten und sich manifestierenden (Über-(?)) Bewertung oder Überhöhung der Texte Chris Kraus’.

Außer Frage jedoch steht für die Veranstalterinnen und Veranstalter, dass die Texte von Chris Kraus einen entscheidenden Beitrag zur Emergenz und, in zweiter Instanz, Beantwortung von relevanten und überfälligen Fragen leisteten und leisten. Fragen nach alternativen Narrativen und Narrativierungen von Kunstgeschichtsschreibungen und Kunstkritik, nach feministischer Stimmgebung und Gegenentwürfen zur normativen Perspektivierung der Produktion, Vermarktung und Rezeption von Literatur. Textinterne mehrschichtige Selbstreferentialität und Selbstreflektion führen zu Fragen nach den Möglichkeitsbedingungen des Schreibens, des zur Form-Werdens und Form-Haltens: my form is myself ist zwar eine indirekte Absage, weil klare Antwort, doch sie fordert uns auf – als Reiz- Reaktion auf das NEIN – die Interaktion oder Intraaktion von Inhalt und Form zu (re)-formulieren und neu zu stellen.

Veranstalter: LitArt | Thüringen e. V.